Patient I.

MEIN NEUROLOGISCHER TEUFESKREIS


"Es hat also insgesamt wirklich viel Glaube an meine eigene psychische Gesundheit bedurft, denn damit stand ich in permanentem Widerspruch zu praktisch jedem Arzt, mit dem ich zu tun hatte."

Patient I.


Patient I.

Mein neurologischer Teufelskreis kann vielen in der IT-Branche passieren, aber auch allen anderen, die sich durch Beruf (z.B. Berufsgeiger) oder intensiv ausgeübtes Hobby ein steifes Genick holen. Mein erster Anfall begann mit einem extrem aufgeblähten Bauch und mein Herzschlag fühlte sich enorm laut an, ich fühlte eine irrsinnige Angst mein Herz könne stehen bleiben. Die Angst fuhr mir ins Genick und weiter in den Hinterkopf, sodass ich einen Hirnschlag fürchtete. 

 

Kein Lungenröntgen, EKG noch Blutuntersuchung brachten irgend ein erklärendes Ergebnis. Ein Neurologe war der Meinung, das Ganze sei psychisch bedingt. Ich bekam ein Antidepressivum, Trazodon, aber das half gar nichts, die Wirkung ging mir nur auf die Nerven.

 

Ein anderer Neurologe verschrieb mir Quetiapin (Wirkungsspektrum psychische Störungen) und lud mich ein, freiwillig in die psychiatrische Abteilung einliefern zu lassen, was ich am nächsten tag tat. Über die ganze Zeit im Spital trat kein einziger Anfall mehr auf, man untersuchte mit Kopf-MR und EEG. Dafür mußte ich mir allen möglichen Unsinn bzw. Zumutungen auf psychotherapeutischer Ebene gefallen lassen. Mein Hausarzt schrieb nicht nur Überweisungen zu Hals-Sonographie, Echocardiographie, EKG, Gastroskopie, sondern sagte Roemheld-Syndrom (Reizdarm). An das ganze Psycho-Quaqua der Psychiatrischen hatte eh nie geglaubt. 

 

Bei Selbstrecherchen stieß ich auf einen Zusammenhang zwischen Nervus Phrenicus und einem Zwerchfellhochstand, der Hausarzt aber beharrte besonders auf einer psychischen Störung. Es hat also insgesamt wirklich viel Glaube an meine eigene psychische Gesundheit bedurft, denn damit stand ich in permanentem Widerspruch zu praktisch jedem Arzt, mit dem ich zu tun hatte.

* Ungesunde starre Haltung reizt, klemmt, oder sonst wie drangsaliert den Nervus Phrenicus.

* Zwerchfell und Atmung gestört -> Bauch-Atemzüge schwierig -> Zwerchfell hält Magen nicht mehr -> Gas im Bauch -> mehr Resonanzraum für laute Herztöne.

* Es wird aber auch der Nervus Vagus eingeklemmt, was zu Herzrythmusstörungen und panischer Todesangst führen kann.

* Diese Angst fährt einem ins Genick und führt dort zu einer Verkrampfung. Damit schließt sich der Teufelskreis.

 

Am schönsten für mich wäre, wenn diese Zeilen irgendwann jemanden eine jahrelange frustrierende Patientenkarriere entweder ersparen oder beenden helfen konnten.